Das Konzept - barocker Folk ?

 
   
Die Idee ist es, die populäre Seite barocker Musik zu entdecken, die Welt der Tanzmusik, der Gassenhauer, die Musik der Wirtshäuser und Marktplätze – nicht das geläufige höfische Repertoire. „Barocker Folk“ des 17. Jhs. soll es also sein, ausgehend von der Volksmusik verschiedener europäischer Landeskulturen.
In den alten Manuskripten lassen sich immer wieder folkloristisch beeinflusste Kompositionen finden, doch oft ist nur – ähnlich wie heute im Jazz - das Grundgerüst der Musik, ein Harmoniemodell oder eine Melodie, überliefert. Vieles wurde improvisiert, insbesondere die häufig auf Abbildungen zu findende Perkussion.
Unser Repertoire geht von den überlieferten Kompositionen aus und baut diese, immer im Rahmen einer historisch empfundenen Aufführungspraxis, arrangierend und improvisierend aus.
 
       
 

Die Musik – wie klingt es ?

 
   
Barocke Tanz- und Volksmusik hat häufig große Ähnlichkeit mit den modernen Nachfahren in unserer Zeit. Viele der spanischen Stücke erinnern stark an heutige Flamencomusik und lassen auch bereits südamerikanische Einflüsse erkennen. Ebenso steht es mit irischer oder schottischer Musik des 17. Jhs., wo die Wurzeln des Folk liegen. Und da in Südeuropa lange Zeit maurische Völker lebten, finden sich auch arabische Anklänge in spanischer oder italienischer Musik.
Die Kenntnis der historischen Gegebenheiten und die Inspiration durch die Lebendigkeit der modernen Nachfahren versucht die BarockBand in ihrem Spiel zu vereinen. Zu den typischen Elementen unserer Musik gehören Improvisation, Virtuosität, Perkussion sowie der daraus resultierende Schwung in der Musik - heute Drive oder Groove genannt.

 
       
 

Die Besetzung – eine barocke Band ?

 
   
Als sich im Jahre 2000 sechs erfahrene und renommierte Musiker der Münchener Musikszene zu einem professionellen Spezialensemble für Alte Musik zusammenfanden, ging es darum, mit einem treffenden Namen das besondere Repertoire zu präsentieren. Die Parallelen zu einer modernen Band waren dabei offensichtlich: Die satzstrukturelle Aufteilung in die Ebenen Melodiestimme (Gesang, Violine, Gambe), Basslinie (Gambe, Theorbe), Akkordbegleitung - damals Generalbass genannt - (Gitarre, Laute, Theorbe) und Rhythmushintergrund (Perkussion). Auch die freie spontane Spielweise, ohne festgelegten kompositorischen Ablauf, gehört zu den Übereinstimmungen, ebenso wie Soloimprovisationen über einem gleichbleibendem Harmoniemodell (ein häufiges barockes Kompositionsmodell) oder spontane Schlagzeugeinlagen. Gelegentlich blitzen in der Musik der BarockBand Wendungen auf, die manchen an Rock- oder Popmusik erinnern werden.
So glauben wir, mit dem Begriff einer barocken Band die Umrisse unserer Musik kompakt formuliert zu haben.

 
       
 

Das Programm – Rhythm, Tunes and Grounds ?

 
   

Das Programm der BarockBand umfasst Lieder und Instrumentalmusik des 17. Jhs von „attraktivem, populärem Format“. Dabei handelt es sich um ein vielfältiges Repertoire aus lebendiger Tanzmusik (Rhythm), virtuosen Variationswerken (Grounds), Programm-, Parodie- oder Effektstücken, kontrastiert durch ruhige, schlichte oder espressive Melodien (Tunes). Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der folkloristischen Barockmusik aus Spanien, Italien und England. Details zum Programm sowie Hörproben finden sich hier.

 
   
 
 

Das Publikum – wem gefällts ?

 
   
BarockBand ist nicht nur etwas für den Klassikhörer, insbesondere für den Fan Alter Musik; unser Stil kommt aufgrund der Nähe zum Folk und dem ”perkussiven Groove“ auch beim breiten Hörerklientel der heutigen Popularmusik sehr gut an. Alle sind angesprochen, die bisher den Begriff Alte Musik nur unter dem Aspekt verstaubt eingeordnet haben, wir wollen die Barockmusik für diese Hörer entstauben !